Erzählungen: Internationalisten der PKK im palästinensischem Widerstand 1982

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Am 06. Juni 1982 fielen zehn Militante der PKK im Krieg gegen den israelischen Angriff, als Internationalisten Schulter an Schulter mit dem palästinensischem Widerstand im Libanon.

Zum Jahrestag veröffentlichen wir heute Erzählungen dieser zehn kurdischen Partisanen im Widerstand und Gedenken den gefallenen Internationalisten der PKK. Ihre Geschichte „DIE HELDEN DER BURG ARNUN“ wurde zunächst in der Zeitschrift Serxwebun, auf kurdisch und türkisch und im August 1984 in dem deutschsprachigen Solidaritätsmagazin „Kurdistan Report“ veröffentlicht.

Leider ist ihre Geschichte nicht vollständig, genauso wenig wie die vielen Geschichten der InternationalistInnen aus aller Weit noch nicht erzählt wurden, welche am palästinensischen Widerstand teilnahmen. Genannt sei nur Ingrid Siepmann, Mitglied der Bewegung 2 Juni, welche in den Reihen einer palästinensischen Frauenbrigade im Widerstand gegen die israelische Invasion im Jahre 1982 fiel.

Trotz der Unvollständigkeit ist die Geschichte der zehn Militante der PKK von solchem Wert für die Geschichte des kurdischen Befreiungskampf und macht den internationalistischen Charakter der PKK in einer lebendigen Art und Weiße deutlich, dass wir diesen Artikel trotzdem mit größter Freude und in Gedenken an die Gefallenen veröffentlichen.

„Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker!“ (Che Guevara)

Im Libanon

Der farbenprächtige Frühling von 1982 fügte der Anmut der Natur neue Lebenskraft hinzu. Die Natur erschien wie eine junge Braut, die sich für die Menschen kleidet. Und in diesen Tagen begann die rotglühende Sonne das farbige Brautkleid allmählich zu vergilben.

Der Himmel war frisch und still. Die Wellen des Mittelmeers rauschen selbst dann, wenn sie sanft an den Strand schlagen; während sie zurückschwappen, reißen sie zahllose Sandkörner mit sich in die Tiefe des Meeres. Die Fischer steigen mit ihren kleinen Booten wie Flecken zwischen den Wellen mal auf, mal unter. Während manche Fischer, die Netze ziehend, fröhliche Stimmen erhoben, sie die Aufmerksamkeit anderer Motorboote auf sich zogen, schloss neugieriges und fröhliches Gelächter enge Freundschaft. Die Möwen und Reiher tauchten mit ihren Flügeln den Himmel zerreißend in der See unter und wieder auf, sprachen in ihrer eigenen Art und verbreiteten ihre unverständlichen Laute auf dem offenen Wasser. All dies gab dem Menschen, der von den Schmerzen des Krieges, des Hungers und der Ausbeutung entfernt war, ein großes Glücksgefühl. Und dies brachte den Menschen, der von diesem Leben noch

nie gekostet hat, in die reale und erwünschte Welt der Träume. Was ihn aus diesem Traum herausriss, würde das wilde Getöse der Kriegsflugzeuge sein.

5. Juni 1982

Der Himmel des Libanon glänzt, überall in großer Stille Menschen… Die Autos summen. Mit diesem Tag erwachte ein neuer Tag für den Beginn des Lebens… “Lautes Dröhnen” ertönt…Was zu hören war, waren die wilden Stimmen der Flugzeuge, die wie ein Wirbelsturm die Stille zerrissen. Die Menschen konnten in einem so kurzen Augenblick, wie sie ihre Augen schlössen und wieder öffneten, nicht verstehen, was ihnen geschieht, bis sie wieder ein bisschen zu sich kamen. Dieser Sturm unterschied sich sehr von allem Bekannten. Die Flugzeuge bombardierten unterschiedslos Dörfer, Kreisstädte und Städte, machten Krankenhäuser, Schulen und Moscheen dem Erdboden gleich und während sie die Frauen, Kinder, Alten und Unschuldigen ohne Unterschied töteten, brachte der Traum den Menschen, der von allem weit entfernt in seiner Vorstellungswelt lebte, durcheinander, stellte ihm, entgegen seinem Willen, die bitteren Wahrheiten des Tages gegenüber.

Die Marionetten des Imperialismus, Kollaborateure der arabischen Reaktion, die aggressive Armee des israelischen Zionismus begann mit direkter Entscheidung der US Aim Juni 1982 gegen das vertriebene Volk Palästinas, das sich im Libanon aufhielt, und seine Führerin, die PLO, gegen das Volk Libanons und die progressiven Befreiungsbewegungen seinen großen Vernichtungsfeldzug. Während die Offensive, die aus der Luft, vom Land und von der See aus erfolgte, in der Szene des Lebens wie ein tosender Sturm wilder Stimmen ein neues Kapitel eröffnete, führt sie die Wahrheit des Krieges noch einmal auf bitterste Weise vor Augen.

Die Menschen rannen weg, kleine Babys weinten, schutzlos gebliebene Kinder verlangten nach ihren Müttern und Vätern, ein weinender Säugling suchte irgendetwas auf der Leiche seiner Mutter, die leblos auf der Erde lag. Seine Mutter umarmt ihn nicht lachend. Warum umarmt sie ihn nicht lachend? Warum drückte sie ihn nicht an ihre Brust, warum gab sie ihm nicht die Brust zum Stillen, die seine Tränen versiegen lassen und ihn glücklich machen würde …? Wer weiß, vielleicht weinte dieser Säugling immer, seine Mutter umarmte und küßte ihn; wenn er laut jammerte, gab sie ihm was er erwartete, um ihn zur Ruhe zu bringen. Und jetzt schaute dieses Kind, ahnungslos von all diesen bitteren Tatsachen, mit seinen tränengefüllten, undeutlich sehenden Augen auf der Brust seiner Mutter hilfs- und hoffnungslos in die Umgebung…

Das vergossene Blut der in den Wohnzentren, zwischen den Ruinen der eingefallenen Gebäude sichtbaren zerfetzten Leichen war geronnen. Die Blutflecken auf den weißen Kleidern waren mit dem Staub der eingestürzten Mauern überzogen und ihr echtes Rot verlierend, nahmen sie eine verblassende Farbe an.

Die zwischen den Ruinen der Wohngebiete, die im Verlauf des tagelang andauernden Krieges durch die abgeworfenen tonnenschweren Bomben zum Trümmerfeld geworden waren, liegenden Leichen, die unter dem heißen und glühenden Einfluß der Sonne angeschwollen waren, verursachten einen erschreckenden und unerträglichen, sich in der Umgebung verbreitenden Geruch, der den reizenden Duft des Frühlings verdrängte. Mit dem Willen allein konnte dieser Gestank, der vom Geruchsorgan bis zum Gehirn vordrang, nur schwer ertragen werden.

Die schönen und bunten Blumen wurden zum Ziel der Schrapnellstücke der in den Fabriken Washingtons produzierten Bomben, ihre von den Körpern abgetrennten Köpfe waren durch die Einwirkung der brennenden Sonne ausgeblichen und es war schwer, die gekrümmt auf der Erde liegenden Blumen unter dem Staub der Ruinen als Blumen zu erkennen.

Über dem verblassenden Blut und den angeschwollenen Leichen gruppierten sich die Fliegen, die manchmal durch die Wirkung und den Lärm einer explodierenden Bombe aufflogen, sich verstreuten, sich aber immer wieder neu niederließen. Es schien, dass diese Fliegen nicht die Absicht hatten, ihr Freßbares zu verlassen.

DIE HELDEN DER BURG ARNUN

Die im Süden des Libanon, 5-6 km von der Stadt Nebatiye entfernt liegende Burg Arnun ist eine historische Burg. Während des 2. Weltkrieges mussten sich die Franzosen, bedingt durch die Okkupation Frankreichs durch Hitler-Deutschland, ihrem kritischen Zustand in der Außenpolitik und unter dem Druck der anwachsenden Kämpfe der Völker, zwangsweise aus dem Libanon zurückziehen; danach wurde hier die Gründung eines “unabhängigen” Staates proklamiert. Seit dieser Zeit stellte die Burg Arnun für die Armee Libanons einen Beobachtungsstand der Grenzen von Israel dar. Die nach 1969 aus Jordanien kommenden bewaffneten Kräfte der Revolution Palästinas haben sich hier ab 1976, mit Unterstützung der patriotischen Kräfte innerhalb der libanesischen Armee, angesiedelt.

Obwohl die Burg Arnun im jahrelang zwischen den israelischen Zionisten und den bewaffneten Widerstandskräften der Revolution Palästinas andauernden Krieg als Brückenkopf fungierte, blieb sie als befestigte Stellung bis Juni 1982 fest in den Händen der Widerstandskräfte.

Die in der Ebene von Nebatiye liegende Burg Arnun wird im Süden durch den von Nord-Osten fließenden Litani-Fluß von der israelischen Grenze getrennt. Das Tal, in dem der Litani-Fluß verläuft, ist ein sehr tiefes Tal, das Israel und den Feind Suad Haddad (“Major Haddad”) von den Widerstandskräften Palästinas abtrennt. Dieses Tal, das im Norden Libanons beginnt, ist eine Erweiterung des “Bekaa-Tals”, das sich vom Westen zum Osten und vom Osten zum Süden erstreckt. Die am Mittelmeer beginnende und in der Form eines Halbmondes erscheinende, von diesem Tal umgebene Region umschließt den größten Teil der libanesischen Erde und die gebirgigsten Gegenden. Aus diesem Grund besitzt das Litani-Tal eine strategische Bedeutung. In diesem Tal bildet die Burg Arnun den nächsten Berührungspunkt mit der israelischen Grenze und befand sich in den Händen der Widerstandskräfte. Deshalb stellte die Burg Arnun und ihre Umgebung bei der Invasion der israelischen Zionisten im Libanon das vordringlichste Ziel dar.

6. Juni 1982

Gegen 16.30 Uhr… Das Klima ist kühl, die Natur äußert ihre gesamte Lebendigkeit. Die Sonne bereitet sich vor, in der Tiefe des Mittelmeers zu versinken, strahlt auf der offenen Fläche der See eine rotglühende Farbe aus. Im Dorf Yahmur, das ca. 1 km von der Burg Arnun entfernt liegt, wimmelt es nur so; auf den Wegen wiesen die Stimmen der Menschen, das Geschrei der Kinder, der Lärm der Tiere auf ein reges Leben hin. Während die von der Ernte zurückkehrenden Bauern in ihren Händen die Sicheln haltend, miteinander redend, sich auf das Dorf zubewegten, war aus all ihren Bewegungen ihre Ermüdung zuerkennen. Der Tag lebte seine letzten Züge und Geräusche aus. In der oberhalb des Dorfes stehenden Festung Arnun herrschte trotz der seit 2 Tagen andauernden Luftbombardements Stille. Eine Guerillagruppe saß in einem unterhalb der Burg gelegenen Haus, unterhielt sich, war fröhlich, sprach und lachte miteinander. 4 Personen aus der Gruppe sprachen nicht arabisch. Sie kamen aus dem unter der kolonialistischen Herrschaft der Türkei stehenden Nordwest-Kurdistan zur Ausbildung nach Palästina … Diese Partisanen, Angehörige der PKK, befanden sich hier, um von den militärischen Erfahrungen der Revolution Palästinas zu lernen und ihrer internationalistischen Pflicht, die ihnen von der Partei auferlegt wurde, nachzukommen. Im Küchenteil des Hauses, wo sich die Partisanengruppe aufhielt, bereitete man das Abendessen vor … Die Partisanen, die sich damit beschäftigten, hatten ein wohlschmeckendes Essen zubereitet. Ihren Freunden draußen stieg noch außerhalb des Hauses der appetitanregende Geruch in die Nase.

Das Essen war fertig; außer der Wache wurden alle zum Essen gerufen. Die Wache, die draußen bleiben musste, war ein Partisan aus Kurdistan. Die Zeit bewegte sich auf 17.oo Uhr zu. Die Gruppe hörte aus dem eingeschalteten Radio die Nachrichten in türkisch. Das Radio meldete, daß Israel von Luft, Land und See den Libanon okkupiert hat und Fortschritte erzielte. Der Funker der Gruppe wußte schon vorher von dieser Nachrichtaus dem Funkgerät. Die Wache begann schon, die Stimmen der Waffen aus der Ferne und Nähe zu hören. Wo sie sich aufhielten, wurde geschossen, überall Flammen. Ausgedörrtes Gras brannte wie mit Benzin getränkte Baumwolle, die Schüsse erinnerten an den himmelzerreißenden Regen, so dass selbst die sich in der Luft bewegenden Fliegen sich schwerlich retten konnten. Aus Tausenden von Waffen brach auf einmal Feuer und Tod hervor. Überall wurde Meter um Meter die Erde aufgewühlt und man bewegte sich auf die Burg zu. Aber das Gelände war etwas uneben.

Der Ort, wo sich die Gruppe aufhielt lag etwas tiefer und hinter dem Hügel gelegen. Aus diesem Grund vernahm man an der Stelle nicht viele Schüsse. Aber je stärker die Dunkelheit allmählich hereinbrach, desto mehr näherten sich die israelischen Zionisten der Burg und ihrem Umkreis. Die Verbindungsmöglichkeit mit der Umgebung von Nebatiye war abgebrochen. Die Burg Arnun war von drei Seiten umzingelt. Die Umkreisung des Feindes zog sich permanent zusammen. Die Partisanengruppe war umschlossen und wartete darauf, die unsichtbaren Kräfte des Feindes zu erspähen. Es war nicht möglich, unter der durch den Feind ständig aufrechterhaltenen Feuerlinie höher als einen halben Meter über der Erde zu laufen. Der Vertreter der Partisanengruppe, ein Palästinenser, befahl das Haus verlassend, sich auf dem Gelände zu verteilen und an verschiedenen Orten Stellung zu beziehen. Das Haus könnte jeden Moment bombardiert werden, sagte er. In der Burg hielt sich noch eine andere dazugehörige Gruppe auf. Aber die gegenseitige Verbindung war abgeschnitten. Die israelischen Zionisten waren in die Burg eingedrungen, aber keine der sich in der Burg aufhaltenden Gruppen kam in Richtung des Hauses. Weil auch die Funkverbindungabgebrochen war, musste man annehmen, dass alle umgekommen waren. (Die auf das Gelände verstreute Gruppe, die das Haus verlassen hatte, bestand einschließlich des Kommandanten aus sieben Personen … Die Anzahl der oben gebliebenen Gruppe war ebenso hoch.)

In der Zwischenzeit nahm die Schußlinie in dem Raum, wo sich die untere Gruppe befand, ab. Die Gruppe wollte die Einkreisung durchbrechen und nach außen dringen. Die gegenseitigen Feuergefechte begannen. Die durch die Partisanen gehaltene Feuerlinie besaß keine wirksam überragende Kraft, die auf den Feind hätte Eindruck machen können. Ein auf den Feind abgefeuerter Schuß brachte hunderte von Kugeln zurück. Die Partisanengruppe lag in der Mitte der Flammen. Nun war Dunkelheit eingetreten. Wo sich die Partisanengruppe befand, verebbte das Schießen. Von den Partisanen waren zwei Palästinenser schwer verletzt. Einer von den Partisanen aus Kurdistan war gefallen, weitere zwei verletzt. Der Kommandant und ein Partisan aus Kurdistan waren nicht zu sehen. Das Stöhnen begann, die Partisanen erwarteten Hilfe voneinander, aber dies zu verwirklichen, war nicht möglich, denn jeder war verletzt und die Bewegungsmöglichkeit äusserst eingeschränkt. Die Dunkelheit der Nacht errichtete nun ihre Vorherrschaft ganz. Auch die Schußlinie, die die Guerillagruppe absuchte, verstummte. Aber noch kamen die Geräusche der Schießereien von überall her, die Waffen kannten keinen Halt. Die israelischen Zionisten kamen nicht bis dahin, wo sich die Guerilleros aufhielten.

Ein verletzter Partisan aus Kurdistan (Veli), rief seinen Genossen ganz schwach und eindringlich und bat, dass er ihm zu Hilfe komme, denn die beiden lagen am dichtesten beieinander. Der rufende Partisan (Veli) hatte zwei Schussverletzungen. Von den Kugeln drang die eine vom Rücken aus, die andere von der Seite aus nach vorne und traten, den Bauchteil zerschmetternd, wieder heraus. Das Blut floss in Strömen… Er begann, um den Fluss des Blutes zu stoppen, alle seine Kleider zerreißend, seinen Bauch zu verbinden, und näherte sich langsam schleppend seinem anderen Genossen… In diesem Moment setzte er an, Parolen zu rufen: “Nieder mit Imperialismus und Zionismus! … Widerstand heißt Leben!… Es lebe die ruhmreiche Führerin des Volkes von Kurdistan, die PKK, und ihre internationalistische Anschauung! …” Die Stimme Veli’s war trotz seiner schweren Verletzung und trotz allem stark. Er hatte sich schon seinem Genossen genähert und fragte nach seinem Zustand. Während sein Genosse Adnan erklärte, dass er an beiden Beinen Verletzungen davongetragen hätte, zerriss er, um seine Wunde zu verbinden und das fließende Blut zu stillen, seine Kleider und versuchte, die Wunde mit den Stoffstreifen zu verbinden. Die Verletzung an seinem linken Fuß war erschreckend. Die Kugel, die in die Ferse eindrang, zerschmetterte den Knöchel bei ihrem Austritt. Das Innere des Stiefels war voller Blut. In seinem anderen Bein steckte oberhalb des Knies eine Kugel im Knochen. Adnan war in diesem Zustand nicht in der Lage, zu laufen… Die Verletzung Velis war gravierend und er erkannte seinen schlimmen Zustand. Es war ihm bewusst, dass er sein Leben verlieren wird. Aber während er mit seinem Genossen (Adnan) sprach, war er ganz ruhig … Er wiederholte für seine Genossen noch einmal die Partei, den Kampf, warum sie aus Kurdistan herkamen, indem er folgendes sagte: “Genosse, ich habe mein Land, mein Volk, meine Partei und unser endgültiges Ziel, den Kommunismus, geliebt, an sie geglaubt, für sie mein Leben gegeben … Ich habe einen unendlichen Glauben daran, dass die PKK ein Arm der kommunistischen Bewegung der Welt in Kurdistan und ihr untrennbarer Teil ist … Wir sind hierhergekommen, um von den Erfahrungen der Revolution Palästinas zu profitieren. Neues zu lernen und auf der Basis des internationalistischen Bündnisses, das unsere Partei im Namen des Volkes von Kurdistan mit der Revolution Palästinas entwickelt hat, die Revolution Kurdistans bekanntzumachen, um freundschaftliche und lebendige Beziehungen auszubauen und in diesem Sinne gemeinsam mit den Revolutionären Palästinas und Libanons in allen Bereichen des Lebens, im Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit für die gleiche Sehnsucht unserer Völker, Schulter an Schulter zu kämpfen. Wir unterscheiden uns nicht von den heldenhaften und tapferen Kindern des kommunistischen Sowjet-Proletariats, die gegen den Hitlerfaschismus in Osteuropa und auf dem Balkan Freiheitsschreie ausrufend ihr Blut in Strömen vergossen, auch nicht von Ernesto, nicht von den Vietnamesen in Kambodscha, und wir können uns auch nicht von ihnen unterscheiden… Wir sind Kämpfer der PKK, der einzigen Vertreterin einer solchen Anschauung in Kurdistan …”

Die Wunde am Fuß von Ahmet Adnan.

Adnan, der diese Gefühle teilte und zuhörte, sprach zu seinem Genossen, dass er sich nicht noch mehr anstrengen solle; er hatte begriffen, dass die Lage Velis sehr ernst war. Aber Veli hörte nicht auf und es wurde deutlich, dass er seine restliche Energie, seine letzten Atemzüge sammelte, um seinen Glauben aus sich heraus zu schreien. Adnan hörte ihm aufgrund des Weiterredens von Veli ruhig weiter zu. Veli, in seiner Rede fortfahrend, sagte folgendes: “Genosse, mir blieb nur eine Sehnsucht, … ich wünschte, die Erfahrungen, die ich von der Revolution Palästinas übernahm, in Kurdistan zur Anwendung zu bringen, aber wahrscheinlich wird es das Schicksal nicht gestatten … Falls wir sterben, …, Genosse, werden wir innerhalb der internationalistischen Aufgaben unserer Partei für die wertvollste Pflicht sterben. Unser Blut wird zu einer roten Fackel, die die in unserer Heimat herrschende Dunkelheit der Jahrhunderte erhellt. Daran haben wir überhaupt keine Zweifel…” Veli begann seine Kleider auszuziehen und klagte über die Hitze. Er übergab Adnan die Dinge, die er bei sich trug. Darunter auch 375 Lira libanesischer Währung. Während Veli es seinem Genossen aushändigte, sagte er: “Diese Dinge gehören der Partei, falls ihr überlebt, müsst ihr sie der Partei übergeben, falls ich überlebe, werde ich sie der Partei aushändigen.” Dann begann er mit leiser Stimme, eins der Lieder der Revolution zu singen

“Der Munzur wütend, der Munzur tosend, der Munzur rotes Blut verströmend; das Grauen unserer Tode, flößt den Besatzern Angst ein.
Die Braut, geliebte Braut, Braut des Kurden reicht den Bergen, reicht der Mauser ihre Hand, reicht sie nicht den Besatzern…!
Durchsichtiges Glas, ihre zerbrochenen Gesichter wie Blumen, die zum Frühling erblühen. Niederträchtig erschossen, die jungen Mädchen, ihr rotes Blut begießt die Erde.
Die Braut, geliebte Braut, Braut des Kurden reicht den Bergen, reicht der Mauser ihre Hand, reicht sie nicht den Besatzern…!
Das Wasser, umschlungen wie ein Netz von den Haaren unserer jungen Mädchen. Auf den Spitzen der Bajonette festgefroren das Schluchzen unserer Säuglinge.
Die Braut, geliebte Braut, Braut des Kurden reicht den Bergen, reicht der Mauser ihre Hand reicht sie nicht dem Verräter…!”

Veli hatte das Lied beendet – In den Jahren 1937 – 38 hatten die türkischen Kolonialisten in Dersim (Tunceli), ohne einen Unterschied zwischen den Alten und Jungen, Frauen und Kindern zu machen, über 20-tausend kurdische Menschen massakriert und in den Fluss Munzur geworfen … Das Blut der jungen Mädchen und Kinder, das einer ganz frischen Blume glich, tauchte den Munzur in Rot. Im damaligen Jahr (1938) wurde gesagt, dass das Rot des Blutes im Fluss Munzur aus kilometerweiter Entfernung gesehen werden konnte. – Während er mit diesem Volkslied, das für seine Gegend spezifisch ist seine Liebe zu seinem Volk und zur Freiheit ausdrückte, schrie der Genosse Veli auch noch einmal seinen Hass gegen die Feinde der Freiheit, die barbarischen Imperialisten und Faschisten, heraus… und… jetzt, stützte er seinen Kopf ruhend auf seine auf dem Boden liegenden Arme.

Die PKK-Partisanen

Die Zeit bewegte sich auf 24 Uhr, Mitternacht, zu.

Man trat in einen neuen Tag. Adnan hatte das Stöhnen seiner Genossen gehört, und war beunruhigt über den stillen Zustand Velis… In der Zwischenzeit berührte er Veli mit seinen Händen. “Genosse Veli…, Genosse Veli…” rief er laut. Aber von Veli kam kein Laut mehr. Ruhig war Veli in einen endlosen Schlaf gesunken. Er fiel heldenhaft. Es war, als ob Veli einen tiefen und süßen Schlaf schlummerte. Seine Augen waren geschlossen; obwohl er eine Leiche war, die vom Leben getrennt wurde, war er mit dieser Haltung lebendig. Wie ein Kommandant beeinflusste er seinen Genossen Adnan und verstärkte Adnans Widerstandskraft. So, dass Adnan sich, seine Situation vergessend, seinen Gedanken hingegeben hatte. Er war der vollen Überzeugung, dass er, um die heilige Aufgabe, die ihm sein Genosse aufgetragen hatte, zu erfüllen, um die Partei zu erreichen, zu ihr zu gelangen und, um zu vermitteln, was geschah, stark sein musste. Aber es würde schwer werden. Wie sollte er laufen? Seine beiden Beine waren verkrüppelt und er hatte keine Ahnung über die Lage seiner anderen Genossen. Wie wird es den verletzten arabischen Genossen gehen? … Immer wieder dachte er darüber nach. Er hatte viel Blut verloren, war nicht in der Lage, sich vom Boden zu erheben. Aber trotz allem musste er sich zusammennehmen, um seine arabischen Genossen zu finden. Um jeden Preis musste er sich schleppen, gehen … Und er fällte seine Entscheidung.

Als es ein Uhr wurde, begann es kalt zu werden. Es war keine empfindliche Kälte, aber Adnan fror. Weil seine Wunde abkühlte, nahm der Schmerz zu. Die Stoffstreifen, mit denen er die Wunde verband, waren in Folge des eingetrockneten Blutes, wie Stein geworden. Der Schweiß auf seinem Körper erkaltete durch die Bewegungslosigkeit. Beim einfachsten Bewegungsvorgang verspürte er große Schmerzen. Auch gegen diesen Schmerz konnte er sich widersetzen und er begann sich, mit seiner ganzen Kraft auf die Ellenbogen gestützt, schleifend fortzubewegen und die Umgebung zu beobachten. Er bewegte sich sehr langsam. Besonders sein Knöchel am linken Fuß war zerschmettert und baumelte vom Bein herab. In einer halben Stunde konnte er sich 4-5m weit mühsam schleppen. Während dessen kam er an zwei Leichen vorbei; es waren seine palästinensischen Genossen, die gefallen waren. Die Leiche eines seiner arabischen Genossen, ein Palästinenser, zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Dieser Genosse aus Palästina umarmte seine Kalaschnikow mit beiden Armen wie eine Geliebte und gab so seine Seele hin … Dieses mutige Sterben gab Adnan Widerstandskraft. Obwohl Adnan stechende Schmerzen empfand und sich mit den Ellenbogen weiterschleppte, vergaß er nicht, ab und zu nach seinen anderen Genossen zu rufen.

Die Umgebung war ruhig; außer des durch den milde wehenden Wind hervorgerufenen Rauschens des wogenden reifenden Weizen, hörte man in kurzen Abständen von Weitem den Donner der Kanonen. Darüber hinaus herrschte Stille. Adnan dachte an seine 7 Genossen, die sich in der Burg aufhielten; was mochte mit ihnen passiert sein? … Sind sie in Gefangenschaft geraten, Märtyrer geworden? Sind sie auch verletzt worden? …etc. etc. Eine Menge unbeantworteter Fragen ließ er sich durch den Kopf gehen. Nun, er vermutete nicht mehr, dass er seine Genossen wiedersehen würde. Er war allein, war der Meinung, dass er gehen müsste…

Das Gesicht des Himmels war offen, die Sterne glänzten. Adnan unter den Strahlen der glänzenden Sterne, auf seine Ellenbogen gestützt, schleppte sich weiter …Er geriet in den Weizen hinein, zog sich noch etwas weiter, aber er spannte sich aus, länger als er sich fortbewegen konnte. Durst, Hunger, die Schmerzen der Wunde, die Erschöpfung, der Blutverlust und Kopfschmerzen verhinderten, dass er weiterging. Auf dem Weg, für den er Tage brauchte, Weizenähren essend, die Feuchtigkeit der Erde aufsaugend, führte er den Überlebenskampf.

Die PKK Militanten, die während des israelischen Angriffs vom 6. Juni 1982 Schulter und Schulter mit dem palästinensischen Volk bis zuletzt Widerstand leisteten und zu Märtyrern wurden!

Vor- und Zuname: Veli CAKMAK
Rufname: Ferhan
Geburtsjahr: 1960
Geburtsort: Dersim

Veli Cakmak nahm im Jahre 1976 bei den Revolutionären Kurdistans seinen Platz ein. Bei dem israelischen Angriff auf die Burg Arnun im Juni 1982 leistete er bis zuletzt Widerstand und wurde bei den Gefechten zum Märtyrer. Genosse Veli, der das Bild des Widerstandes und der proletarisch internationalistischen Haltung unserer Partei großartig darlegte, hat trotz seiner schweren Verletzungen und angesichts des Todes große Traurigkeit verspürt, da er sein Wissen, seine Erfahrungen und Energie nicht für die Erhebung des kurdischen Volkes zur nationalen Befreiung verwenden konnte; aber er war auf der anderen Seite stolz darauf, dass er für den gerechten Kampf des palästinensischen Volkes Schulter an Schulter mit seinen Genossen die kämpferische Einheit unserer Völker verstärkte.

Vor- und Zuname: Kemal CELIK
Rufname: Rüstem
Geburtsjahr: 1956
Geburtsort: Elazig-Keban-Yukari Miselli

Im Jahre 1976/77 nahm Kemal Celik mit der Bewegung Kontakt auf und betrieb in diesen Jahren auf regionaler Ebene Propaganda und Agitation. Im Jahre 1982 wurde er bei dem Angriff auf den Libanon in Burg Arnun zum Märtyrer. Das Leben und der Kampf des Genossen Kemals wird uns den Weg weisen.

 

 

Vor- und Zuname: Ismet ÖZKAN
Rufname: Halit
Geburtsdatum: 1.1.1962
Geburtsort: Suruc-Aybasti (Müzeybil) köyü

Im Jahr 1977/78 begann Ismet Özkan für die Idee der nationalen Befreiung Kurdistans Sympathie zu empfinden und nahm mit der Bewegung Kontakt auf. Nach der Machtergreifung der Junta befand er sich bei den Kadern im Ausland. Während des zionistisch- israelischen Angriffs auf den Libanon im Juni 1982 hielt er sich in einem palästinensischen Lager in Sayda auf, wo er den Tod fand.

 

Vor- und Zuname: Mehmet ATMACA
Rufname: Halil
Geburtsjahr 1957
Geburtsort: Halfeti-Cibin (Saylakkaya)

Die Beziehungen Mehmet Atmacas zur Bewegung sind auf das Jahr 1977 zurückzuführen. In diesen Jahren wurde er in der Bewegung aktiv. Bei dem Angriff des zionistischen Israels wurde er zum Märtyrer und wusste dabei, den militanten Geist und die revolutionäre Solidarität zu erheben. Dieser Genosse, der die internationalistische Fahne der PKK mit seinem Blut erhob, ist ebenfalls, wie die anderen Märtyrer, unsere Ehre und unser Führer.

 

 

Vor- und Zuname: Emin YASAR
Rufname: Xalil, Hasan
Geburtsjahr 1960
Geburtsort: Kozluk

Emin Yasar übernahm bei den regionalen Komitees Aufgaben und führte sie mit Erfolg durch. Er fiel bei dem zionistischen Angriff; seine Haltung und sein Kampfgeist sind uns zum Vorbild geworden.

 

 

 

Vor- und Zuname: Mustafa MARANGOZ
Rufname: Ferit, Hasan, Mahir
Geburtsdatum: 10.7.1961
Geburtsort: Diyarbakir-Cermik

Im Jahre 1977 begann Mustafa, seine revolutionäre Tätigkeit auf professionelle Art zu betreiben. Er wurde nach der Machtergreifung der Junta von Seiten der Partei ins Ausland gerufen. Er bekannte sich zur Sache des palästinensischen Volkes wie zu seiner eigenen. An der Front bei dem Kampf gegen den israelischen Zionismus ist Genosse Mustafa in Nebatiye gefallen.

 

 

Vor- und Zuname: Irfan AY
Rufname: Abdüllatif Musa
Geburtsjahr 1963
Geburtsort: Diyarbakir-Bismil- Pinarbasi

Als der Kampf die Massen im Jahre 1979 ergriff, beschloss Irfan Ay ein militanter Revolutionär zu werden und gewann bei seinen Aktivitäten das Vertrauen seiner Genossen. Genosse Irfan ist im Jahre 1982 bei dem Angriff auf Burg Arnun zum Märtyrer geworden und nahm in den Reihen der unsterblichen internationalistischen Kämpfer seinen Platz ein.

 

 

Vor- und Zuname: Serif ARAS
Rufname: Orhan Ahmet
Geburtsjahr 1957
Geburtsort: Derik-Hobosi

Serif Aras sagt: “Mein revolutionäres Leben begann mit der PKK.” Er übernahm die schwierigsten Aufgaben und war gegen Mängel und Fehler erbarmungslos. Genosse Serif wurde bei dem Angriff des Zionismus mit der Waffe in der Hand zum Märtyrer. Sein Andenken wird uns den Weg weisen.

 

 

Vor- und Zuname: Sahabettin KURT
Rufname: Xalit-Ahmet
Geburtsdatum: 1.1.1962
Geburtsort: Nusaybin-Kuskaya Köyü

Obwohl Sahabettin Kurt schon in früheren Jahren für die Bewegung Sympathie hegte, bezeichnet er selbst den Beginn seiner aktiven Teilnahme als Anfang 1981. Während seiner Ausbildung zur revolutionären Erhebung ist Genosse Sahabettin unter der internationalistischen Fahne seiner Partei bei dem Kampf in Sayda zum Märtyrer geworden.

 

 

Vor- und Zuname: Abdullah KUMRAL
Rufname: Yusuf
Geburtsjahr 1955
Geburtsort: Urfa-Halfeti-Cibin (Saylakkaya)

Während sich die revolutionär-demokratische Bewegung der Türkei im Jahre 1971 fortentwickelte, lernte er die revolutionäre Idee kennen und nahm in den Reihen der Revolution einen Platz ein. Seine Beziehungen mit der Bewegung sind auf die Entstehungsjahre der Bewegung zurückzuführen. Genosse Abdullah wurde während des israelischen Angriffs 1982 zum Märtyrer als er sich in Ausbildungslagern von Haspaye befand.