Wir tragen ihre Namen Im Gedenken an Sehid Ronahi 2018

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Der folgende Redebeitrag und das Video wurden am 27.10 in München auf der Demonstration und Gedenkveranstaltung erstmals geteilt.

23. Oktober 2018

Ein Redebeitrag der Internationalist Commune of Rojava

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen,

vor zwanzig Jahren, am 23. Oktober, wurden 24 unserer Genoss*innen in Catak, Bakur, unter ihnen Andrea Wolf, vom türkischen Militär getötet. Sie haben das Leben so sehr geliebt, dass sie ihres dafür gaben.

Seit es Unterdrückung gibt, gibt es Widerstand und Kämpfer*innen für die Freiheit. Die Liebe zur Menschheit trieb sie an, die Liebe zur Menschheit treibt uns an. Und im Kampf um Befreiung leben die Gefallenen weiter, werden sie unsterblich.

Eine von ihnen ist unsere Genossin Sehid Ronahi.

Sehid Ronahi, Andrea Wolf, fiel dem Feind vor zwanzig Jahren lebend in die Hände, der ihre Identität als Internationalistin zum Anlass nahm, sie hinzurichten. Für uns, die Internationalist Commune of Rojava, ist Sehid Ronahi, ihr Leben und ihr Kampf, ihre tiefe Überzeugung und ihr unbändiger Wille ein bedeutendes Vorbild.

Sie verkörpert für uns den Internationalismus, den wir leben wollen. Die Bereitschaft den revolutionären Kampf an jedem Ort, zu jeder Zeit, auch unter den schwierigsten Umständen mit allen Mitteln zu führen. Sehid Ronahi hat uns mit ihrem Leben und ihrer Haltung gezeigt, was es heißt diesen Weg mit aller Konsequenz zu gehen. Ob in den Metropolen der kapitalistischen Moderne oder auf den Bergen Kurdistans, Sehid Ronahi, hat sich niemals unter kriegen lassen, niemals klein beigegeben. Der internationalistische Sinn, der sie in die Berge Nordkurdistans zog, zog uns in die Ebenen Westkurdistans, Rojava. Mit dem Aufbau und der Verteidigung der Revolution in Rojava, unserer Suche nach revolutionären Perspektiven, führen wir auch ihren Weg fort.

Und so, wie Sehid Ronahi vor 20 Jahren in Bakur deutschen Waffen in den Händen der türkischen Faschisten gegenüberstand, stehen heute die Freiheitskämpfer*innen in Afrin deutschen Panzern gegenüber. Diese Waffen der Firmen aus den kapitalistischen Zentren machen deutlich, dass der Krieg des faschistoiden AKP-Regimes auch in Stellvertretung der imperialistischen Mächte geführt wird. Denn Tod für die einen, bedeutet Profit und Macht für die anderen.

Doch alle Waffen dieser Welt schaffen es nicht, den Widerstand zu brechen, der ihnen mit dem Geist der Sehids entgegenschlägt. Und es liegt in unser aller Verantwortung, das Band des Widerstands, der die Verteidigung der Freiheit bedeutet, nicht abreißen zu lassen. Daher rufen wir alle progressiven und revolutionären Kräfte dazu auf, die Herrschenden auf allen Ebenen mit allen Mitteln anzugreifen und Widerstand zu leisten, gegen ihre menschenverachtenden Machenschaften.

Mit der Revolution von Rojava, erstrahlt heute eine neue Hoffnung. Rojava ist ein Feuer inmitten tiefster kapitalistischer Finsternis und weist den Weg in eine freie Zukunft. Es ist unsere revolutionäre Pflicht, dieses Feuer auch in den dunkelsten Ecken dieser Welt zu entfachen, um dem Erbe unserer Gefallen gerecht zu werden. Der tiefe Glaube an die weltweite Revolution zeichnete Sehid Ronahi, unserer gefallene Genossin Andrea Wolf, aus. In dem wir ihrem Weg folgen, überschreiten wir die Grenze zwischen Tod und Leben, die der Feind zu ziehen versucht. Unsere Verbundenheit über alle Grenzen hinweg ängstigt den Feind am meisten und ist unsere stärkste Waffe gegen ihn.

In diesem Sinne wollen wir gemeinsam, ob in Rojava, München, Bakur oder an einem anderen Ort dieser Welt, den Freund*innen gedenken, welche am 23. 0kt. 1998 für eine befreite Gesellschaft gefallen sind.

Ihre Namen sind:

Ş. Rojhat, Ş. Cembeli, Ş. Hozan Hogir, Ş. Kamuran, Ş. Azîme Savaş, Ş. Agirî, Ş. Botan, Ş. Kawa, Ş. Şiyar, Ş. Leşker, Ş. Kemal, Ş. Tekoşer, Ş. Amed, Ş. Deniz, Ş. Xoşnav, Ş. Harun Aziz, Ş. Kendal Berxwedan, Ş. Gabar Afrîn, Ş. Sîpan, Ş. Salman, Ş. Bahoz, Ş. Dilbirîn Ş. Xezal und Ş. Ronahî

Sehid namirin – die gefallenen Revolutionär*innen leben im Kampf weiter