“Deine Gedanken und dein Herz gehören nur dir.” – Diskussion zwischen Rêber Apo und einer arabischen Internationalistin

Als Rêber Apo (Abdullah Öcalan) sich noch in der PKK-Parteiakademie in Damaskus aufhielt, diskutierte er stets mit den RevolutionärInnen vor Ort, die sich aus den verschiedensten Regionen der Welt der Revolution in Kurdistan angeschlossen haben. Dies ist der Dialog zwischen Rêber Apo und Sawra, einer arabischen Internationalistin.

Rêber Apo: Wie ist dein Name?

Saw.: Sawra, mein Vorsitzender.

Rêber Apo: Sawra ist ein arabisches Wort. Es bedeutet „Revolution“. Hast du arabische Wurzeln?

Saw.: Ja, mein Vorsitzender.

Rêber Apo: Aus dem fernen Arabien bist du bis nach Istanbul gelangt. Und von dort hast du dich auf den Weg hier her gemacht. Und das sogar, indem du die Berge Kurdistans zu Fuß überquert hast. Wie fühlst du dich jetzt?

Saw.: Mein Vorsitzender, wie jede einzelne Person in diesem Kontext, erschaffen auch wir uns von Neuem. So lange wir uns nicht neu erschaffen, miteinander verschmelzen und zu einer Kraft werden, werden wir uns niemals wirklich zu Menschen entwickeln können. Das haben wir hier erkannt. Hier wird der Kampf dafür geführt, wenigstens ein Stück mehr auf den Weg des Menschwerdens zu gelangen. Das ist, was hier notwendig ist. Auch wenn es mit Mühen verbunden ist, sich neu zu erschaffen, erleben wir zugleich die Rührung und die Aufregung, die damit verbunden ist.

Rêber Apo: Also auch du betrachtest es als große Chance, dich von dem verstaubten, feudalen Leben und dem degenerierenden Leben in Istanbul zu retten. Du hast dich von dem tiefsitzenden arabischen Feudalismus und dem absolut oberflächlichen, einfachem, klein-bürgerlichen Leben der Türkei verabschiedet und dich auf einen selbstlosen Weg Richtung Freiheit begeben. Du hast den richtigen Weg gewählt. Wie ich zuvor bereits gesagt habe, das alles erfordert einen großen Kampfgeist. Du verfügst wahrscheinlich über die notwendige Entschlossenheit und hast dich dazu entschieden, den damit einhergehenden Notwendigkeiten vollständig gerecht zu werden. Das ist, weshalb du glücklich bist.

Saw.: Ich bin glücklich, mein Vorsitzender.

Rêber Apo: Du folgst dem Weg von Zîlan, nicht wahr?

Saw.: Das stimmt, mein Vorsitzender. Wir haben keine andere Wahl.

Rêber Apo: Es gibt auch noch andere Möglichkeiten, aber die sind unter deiner Würde. Selbst wenn sie dir eine Welt bieten würden, von der ein Kleinbürger träumt, dir einen reichen Ehemann und alle möglichen Luxusgüter geben würden – auch das wäre eine Option –, glaube ich nicht, dass du das akzeptieren würdest, oder?

Saw.: Nein, mein Vorsitzender.

Rêber Apo: Mit dem Glauben und den Überlegungen von Zîlan ist es möglich, sich für die Menschlichkeit zu entscheiden und damit einen großen Unterschied zu bewirken.

Saw.: Mein Vorsitzender, mein Hiersein repräsentiert bereits die Ablehnung all dessen. Doch wir müssen uns die Werkzeuge aneignen, um uns von Neuem zu erschaffen. Dafür bedarf es Kraft.

Rêber Apo: Und das gelingt mit einem sehr mühevollen Kampf. Genau darin besteht deine Aufgabe. Die Partei kann nur den Rahmen dafür bereitstellen. Du selbst musst diesen Rahmen bis aufs Letzte nutzen. Du bist jung. Deine Gedanken und dein Herz gehören dir selbst. Bringe sie maximal zum Einsatz. Dann wirst du auch die Erfolge all dessen erleben, nicht wahr?

Saw.: Das stimmt, mein Vorsitzender.

Rêber Apo: Natürlich, als ein Mensch mit arabischen Wurzeln musst du dich entwickeln, lass deine Stimme im Mittleren Osten hörbar werden, steigere dich. Dann wird alles sehr gut werden.

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